Finden Sie Ihren passenden SIP Trunk!
In unserem Tarifvergleich stellen Sie Ihren bisherigen Anlagenanschluss den Tarifen und Funktionen bekannter deutscher SIP-Trunk-Anbieter gegenüber.
Telefonanschlüsse für Unternehmen sind in den vergangenen Jahren günstiger geworden, weil flexible SIP Trunks als Alternative zum klassischen Anlagenanschluss den Markt verändert haben. Je nach Telefonverhalten und bisherigem Tarif sind erhebliche Einsparungen möglich.
Dafür müssen Sie nicht zwingend den Anbieter wechseln. Ein SIP Trunk lässt sich auch ergänzend zu Ihrem bestehenden Anschluss nutzen: Ausgehende Gespräche laufen dann über den Trunk und profitieren von den geringeren Minutenpreisen.
Was ist SIP Trunking?
SIP Trunking bündelt mehrere Sprachkanäle in einem virtuellen Anschluss. Eine IP-Telefonanlage (IP-PBX) meldet sich dafür einmal beim SIP-Trunk-Anbieter an und verwaltet darüber die Gespräche aller Endgeräte. Dank Direct Dial In (DDI) landen eingehende Anrufe bei der richtigen Durchwahl, dank CLIP no screening wird bei ausgehenden Anrufen die korrekte Durchwahl angezeigt.
Was sind die Vorteile eines SIP Trunks gegenüber einem normalen SIP Anschluss?
Ein SIP Trunk ist deutlich einfacher zu konfigurieren, da sich nur die IP-PBX beim Anbieter anmeldet – statt jedes einzelnen Endgeräts oder jeder Nebenstelle. Das verbessert die Kostenkontrolle und die Sicherheit, weil alle ausgehenden Verbindungen zentral über die IP-PBX laufen.
- Entlastete Internetleitung: Firmeninterne Gespräche laufen über das lokale Netzwerk.
- Weiter erreichbar intern: Bei einem Ausfall der Internetverbindung funktionieren interne Gespräche über die lokale Telefonanlage weiter.
- Ausfallrouting: Die Konfiguration einer Ausweichroute ist deutlich einfacher.
- Flexibel skalierbar: Sprachkanäle lassen sich je nach Anbieter bei Bedarf hinzubuchen oder reduzieren.
Wie viele Sprachkanäle brauche ich?
Ein Sprachkanal entspricht einem gleichzeitigen Gespräch. Entscheidend ist also nicht die Zahl der Mitarbeiter, sondern wie viele Gespräche zu Spitzenzeiten parallel laufen. Als grobe Orientierung gilt: Es werden meist deutlich weniger Kanäle benötigt als Mitarbeiter, bei hohem Telefonanteil (z. B. Vertrieb oder Support) entsprechend mehr.
Am genauesten ist ein Blick in die Anrufstatistik Ihrer bisherigen Anlage. Planen Sie zusätzlich eine Reserve ein, etwa für Fax, Kartenterminals oder Alarmanlagen, die ebenfalls Kanäle belegen können.
Worauf Sie beim Vergleich der Anbieter achten sollten
- Kosten: Grundpreis, Minutenpreise (Festnetz, Mobilfunk), Einrichtungsgebühr und gegebenenfalls Mindestumsatz.
- Vertragsbedingungen: Laufzeit, Kündigungsfrist und ob ein kostenloser Testzeitraum angeboten wird.
- Funktionen: CLIP no screening, Rufnummernblöcke, Fax über SIP (T.38), Fax2Mail, Konferenzen.
- Sicherheit und Datenschutz: Verschlüsselung (TLS/SRTP), Hosting in Deutschland, Schutz vor Missbrauch.
- Kompatibilität: Wird Ihre IP-PBX vom Anbieter unterstützt? Viele Anbieter pflegen dafür Kompatibilitäts- oder Konfigurationshinweise.
- Support: Erreichbarkeit und Reaktionszeiten, gerade bei Störungen.
Notruf, Rufnummernmitnahme und Ausfallsicherheit
Notruf: Auch über einen SIP Trunk müssen die Notrufnummern 110 und 112 erreichbar sein. Damit die Leitstelle den Standort kennt, muss dieser korrekt hinterlegt sein. Prüfen Sie besonders bei mehreren Standorten oder mobilen Arbeitsplätzen, wie der Anbieter den Notruf umsetzt.
Rufnummernmitnahme: Bestehende Rufnummern und Rufnummernblöcke lassen sich in der Regel zum neuen Anbieter mitnehmen. Planen Sie den Wechsel so, dass es keine Lücke in der Erreichbarkeit gibt.
Ausfallsicherheit: Ein SIP Trunk setzt eine stabile Internetanbindung voraus. Für den Ernstfall helfen eine zweite Anbindung (z. B. per Mobilfunk), eine Ausweichroute im Ausfallrouting und ausreichend Bandbreite: Als grobe Faustregel benötigt ein gleichzeitiges Gespräch je nach Codec etwa 0,1 Mbit/s.
Wie abhörsicher sind SIP Trunks?
Klassische Telefonnetze bieten keine Verschlüsselung und lassen sich vergleichsweise leicht abhören. Bei einem SIP Trunk können Sie Ihre Gespräche dagegen verschlüsseln, sofern Anbieter, IP-PBX und Endgeräte dies unterstützen und es aktiviert ist:
- TLS/SIPS schützt die Signalisierung. Die Metadaten (wer telefoniert mit wem und wie lange) sind dann nur für autorisierte Geräte lesbar, z. B. für Ihre IP-PBX.
- SRTP verschlüsselt die eigentlichen Sprachdaten. Zwischen zwei IP-Telefonen gibt es dann keinen Punkt, an dem ein Dritter mithören könnte.
Grenze der Verschlüsselung: Anrufe lassen sich in der Regel nur bis zur Netzgrenze des jeweiligen SIP-Trunk-Anbieters verschlüsseln. In herkömmlichen Telefonnetzen (z. B. Festnetz und Mobilfunk) ist die Kommunikation generell unverschlüsselt. Wird ein Anruf in das Mobilfunknetz übergeben, endet die Verschlüsselung am Übergabepunkt.
Schutz vor Missbrauch: Neben dem Abhörschutz ist die Absicherung des Zugangs wichtig. Ein schlecht gesicherter Trunk kann für teure Auslandsanrufe missbraucht werden. Starke Zugangsdaten, IP-Authentifizierung, Sperren für bestimmte Zielländer und ein Kostenlimit verringern dieses Risiko. Welche Anbieter Verschlüsselung unterstützen, sehen Sie im Tarifvergleich.
So finden Sie heraus, ob Sie eine neue Hardware benötigen
1. Weg: Anschaffung einer neuen Telefonanlage (IP-PBX).
Eine neue Telefonanlage bietet viele Vorteile: Warteschleifen, automatische Umleitungen, Nutzungsstatistiken für alle Nebenstellen und weitere Komfortfunktionen. Zudem arbeiten aktuelle Geräte energiesparend und zuverlässig.
Der Kauf einer IP-PBX ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie noch keine Telefonanlage besitzen. Wir raten auch dann zum Neukauf, wenn Sie eine ältere Anlage zur Miete einsetzen: Die früher üblichen Jahresmieten übersteigen teilweise die Anschaffungskosten einer hochwertigen IP-PBX, und das bereits innerhalb eines Jahres.
Anbieter von IP-PBX-Lösungen finden Sie hier.
Alternative: Cloud-Telefonanlage. Wenn Sie keine eigene Hardware betreiben möchten, können Sie die Telefonanlage auch als Dienst aus der Cloud beziehen. Einen Überblick finden Sie auf telefonanlagen-anbieter.de.
2. Weg: Ihre bestehende Telefonanlage (IP-PBX) unterstützt SIP Trunking
Ist Ihre bestehende IP-PBX bereits SIP-Trunk-fähig, ist der parallele Betrieb oder der Umstieg auf einen SIP Trunk problemlos möglich. Sie können Kosten sparen, wenn Sie möchten, sogar ohne den Anbieter zu wechseln.
Eingehende Gespräche können weiterhin über Ihren alten Anbieter laufen, ausgehende Gespräche gehen über den SIP Trunk. So nutzen Sie die geringeren Minutenpreise. Durch CLIP no screening wird immer die richtige Nummer übertragen, sodass Rückrufe problemlos möglich sind.
Um Qualität und Möglichkeiten selbst zu prüfen, bieten einige Anbieter einen kostenlosen Testzeitraum. Je nach Anbieter dauert er zwischen einem Monat und einem Jahr.
Eine Übersicht der Anbieter finden Sie hier.
3. Weg: Ihre bestehende Telefonanlage (PBX) unterstützt kein SIP Trunking
Auch eine nicht IP-fähige Telefonanlage (PBX) können Sie weiterbetreiben und trotzdem von den Vorteilen eines SIP Trunks profitieren. Möglich macht das ein sogenanntes IAD (Integrated Access Device). Es wird zwischen Telefonanlage und herkömmlichen Telefonanschluss gesteckt und mit dem Internet verbunden. Dann können Sie frei wählen, ob Sie das herkömmliche Telefonnetz oder den kostengünstigeren SIP Trunk nutzen, und alle technischen Vorteile eines Trunks stehen zur Verfügung. Lediglich die Verschlüsselung der Sprachdaten von Endgerät zu Endgerät ist in diesem Fall nicht möglich.
Eine Übersicht einiger IAD-Anbieter finden Sie hier.
SIP Trunk und Microsoft Teams
Wenn Ihr Unternehmen Microsoft Teams nutzt, lässt sich Teams per Direct Routing an einen SIP Trunk anbinden. Dafür wird in der Regel ein Session Border Controller (SBC) eingesetzt. So telefonieren Sie aus Teams heraus über Ihre vorhandenen Rufnummern ins öffentliche Telefonnetz. Prüfen Sie vorab, ob Ihr Anbieter diese Anbindung unterstützt.
Fazit
SIP Trunking ist im Geschäftsalltag angekommen und für Anbieter wie Kunden gut umsetzbar. Im Zusammenspiel mit einer passenden PBX arbeiten Trunks heute sehr zuverlässig.
Bei Sprachqualität und Verfügbarkeit liegen viele Anbieter nah beieinander. Unterschiede zeigen sich vor allem bei Kosten, Funktionsumfang, Vertragsbedingungen und Support. Zusatzfunktionen wie Konferenzen, Fax2Mail, Web2Fax oder Web2SMS sind bei vielen Anbietern inzwischen enthalten. Ein Vergleich lohnt sich daher.
Übrigens: Weitere Anbietervergleiche und Beiträge zum Thema SIP Trunking finden Sie auch auf sip-trunk-anbieter.de.
FAQs
Was bedeutet SIP?
Das Session Initiation Protocol (SIP) ist ein Netzwerkprotokoll zur Steuerung einer Kommunikationssitzung, in der Regel eines Telefonats. SIP ist weltweit das am häufigsten genutzte Protokoll dafür und im RFC 3261 spezifiziert. Auch VoIP (Voice over IP) basiert in den allermeisten Fällen auf SIP.
Mehr zu VoIP-Anbietern
Wikipedia: Session Initiation Protocol
Was bedeutet Trunking?
Bei SIP-Telefonanschlüssen meldet sich üblicherweise jedes Endgerät bzw. jede Rufnummer separat beim Provider an. Bei einem Trunk meldet sich nur eine zentrale IP-basierte Telefonanlage beim SIP-Trunk-Anbieter an. Über diese Verbindung laufen die Telefonate aller Nebenstellen. Wichtig ist, dass Provider und IP-PBX SIP-DDI und CLIP no screening unterstützen.
Was ist SIP-DDI?
DDI steht für Direct Dial In, auf Deutsch „Durchwahl“. Ihre IP-PBX wird damit durchwahlfähig: Der SIP-Trunk-Anbieter übergibt alle Anrufe auf die Durchwahlen an die IP-PBX, die sie an die Nebenstellen vermittelt.
Was ist CLIP no screening?
CLIP steht für Calling Line Identification Presentation und bezeichnet die Anzeige Ihrer Rufnummer beim Angerufenen. Bei Anschlüssen mit CLIP no screening kann die Rufnummer vom Endgerät bestimmt werden. Dem Angerufenen wird dadurch immer die korrekte Durchwahl angezeigt, ein Rückruf landet direkt beim richtigen Mitarbeiter.
Was kostet ein SIP Trunk?
Die Kosten setzen sich je nach Anbieter aus Grundpreis (pro Sprachkanal oder Tarif), Minutenpreisen für Festnetz und Mobilfunk, gegebenenfalls einer Einrichtungsgebühr und einem Mindestumsatz zusammen. Konkrete Preise der Anbieter finden Sie im Tarifvergleich.
Wie viele Sprachkanäle brauche ich für meine Telefonanlage?
Ein Sprachkanal entspricht einem gleichzeitigen Gespräch. Maßgeblich ist die Zahl der Gespräche zu Spitzenzeiten, nicht die Zahl der Mitarbeiter. Die Anrufstatistik Ihrer bisherigen Anlage liefert die genaueste Grundlage.
Kann ich meine Rufnummern zu einem SIP-Trunk-Anbieter mitnehmen?
In der Regel ja. Bestehende Rufnummern und Rufnummernblöcke lassen sich zum neuen Anbieter portieren. Planen Sie den Wechsel so, dass es keine Lücke in der Erreichbarkeit gibt.
Funktioniert der Notruf (110/112) über einen SIP Trunk?
Ja, die Notrufnummern müssen auch über einen SIP Trunk erreichbar sein. Damit die Leitstelle den Standort kennt, muss er korrekt hinterlegt sein. Klären Sie bei mehreren Standorten oder mobilen Arbeitsplätzen vorab mit dem Anbieter, wie der Notruf umgesetzt wird.
Was passiert bei einem Ausfall der Internetverbindung?
Ohne Internet ist der SIP Trunk nicht erreichbar. Interne Gespräche über die lokale Telefonanlage funktionieren weiter. Für externe Gespräche helfen eine zweite Internetanbindung, z. B. per Mobilfunk, und ein Ausfallrouting.
Was ist der Unterschied zwischen SIP Trunk und Cloud-Telefonanlage?
Beim SIP Trunk betreiben Sie eine eigene IP-Telefonanlage und beziehen nur den Telefonanschluss vom Anbieter. Bei einer Cloud-Telefonanlage wird auch die Anlage als Dienst betrieben, eigene Hardware ist nicht nötig.
Worauf sollte ich beim Datenschutz achten?
Prüfen Sie, wo der Anbieter seine Systeme betreibt (z. B. Hosting in Deutschland), ob Verschlüsselung per TLS und SRTP möglich ist und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung angeboten wird.